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MORBUS BAASTRUP

Genannt nach dem dänischen Röntgenarzt Christian I. Baastrup (Kopenhagen) versteht man unter Morbus Baastrup Veränderungen an der Wirbelsäule. Gemeint ist eine Verbreiterung der Dornfortsätze der Wirbelkörper.

Bei Morbus Baastrup können Rückenschmerzen auftreten, hauptsächlich im unteren Lendenwirbelsäulen-Bereich (LWS-Bereich). Es tritt ein Schmerz im Bereich der LWS durch die sich berührenden Dornfortsätze auf.

Bei häufig körperlich schwer arbeitenden Männern sind Rückenschmerzen durch den Morbus Baastrup besonders häufig. Durch die starken körperlichen Belastungen kommt es zu groß ausgebildeten Dornfortsätzen im Bereich der LWS sowie zu einer verstärkten Hohlkreuzbildung. Bei anstrengenden Tätigkeiten wird diese Hohlkreuzbildung verstärkt. Es kommt zu Berührungen der Dornfortsätze mit schmerzhaften Rückenschmerzen. 

Eine Ausstrahlung in das Gesäß oder die Beine ist beim Morbus Baastrup eher selten. Aufgrund von degenerativen (verschleißbedingten) Veränderungen der Bandscheiben kommt es zur Höhenminderung der Bewegungssegmente und zu einem vermehrten Druck auf die Dornfortsätze. Ebenso kann ein vermehrter Druck auf die Wirbelgelenke auftreten. Auch dies kann Rückenschmerzen beim Morbus Baastrup hervorrufen.  

Die Patienten kommen häufig wegen Rückenschmerzen im unteren LWS-Bereich. Die klinische Untersuchung zeigt eine vermehrte Hohlkreuzbildung sowie eine Bewegungseinschränkung. Oft finden sich beim M. Baastrup Druck- und Klopfschmerzen über der LWS. Typische klinische Erscheinungen eines Bandscheibenvorfalls mit Ausstrahlungen in die Beine sowie ggf. Missempfindungen oder Kraftminderung sind selten zu finden. Die Reflextätigkeit ist beim Morbus Baastrup meist beidseits gut auslösbar.  

Bei Bedarf werden Röntgenaufnahmen zur Bestätigung des Morbus Baastrup durchgeführt. Hier finden sich auf den Seitaufnahmen Berührungen mit vermehrten Knochenablagerungen im Bereich der Dornfortsätze, sogenannte "kissing spine". 

Oft sind auch Verkalkungen oder Höhenminderung an den Bandscheiben erkennbar. Durch degenerative Veränderungen im Bereich der kleinen Wirbelgelenke können ebenfalls Rückenschmerzen beim Morbus Baastrup ausgelöst werden. Weiterführende diagnostische Maßnahmen wie Computertomographie oder Kernspintomographie sind nicht notwendig.  

Therapie des Morbus Baastrup:

Im Vordergrund steht die krankengymnastische Behandlung. Es soll durch Muskellockernde als auch Muskelkräftigende Übungen die vermehrte Hohlkreuzbildung gemindert werden. Die Medizinische Trainings-Therapie (MTT) wird beim Morbus Baastrup ebenso eingesetzt wie regelmäßige Übungen im Bewegungsbad. Die Patienten erlernen Übungen, die sie auch regelmäßig zu Hause durchführen können.  

Im Rahmen der Sporttherapie beim Morbus Baastrup werden geeignete Sportarten vorgestellt, es wird z.B. das Stick-Walking erlernt. Hierbei handelt es sich um das Walken mit Teleskopstöcken, um die LWS weiter zu entlasten und gleichzeitig eine Bewegungstherapie durchführen zu können.  

Bei akuten Rückenbeschwerden durch den Morbus Baastrup können lokale Infiltrationen (Spritzenbehandlung) durchgeführt werden.  

Medikamentös können beim Morbus Baastrup sowohl Schmerzmittel als auch Muskellockernde Medikamente eingesetzt werden.  

Physikalische Therapie beim Morbus Baastrup

Hier finden insbesondere Wärmeanwendungen wie Fango, Kurzwelle, Rotlicht sowie heiße Rolle ihr Einsatzgebiet. Bei starken Muskelverspannungen können die Rückenschmerzen durch Massagen gelockert werden. Auch helfen häufig Unterwassermassagen.  

Die Ergotherapie spielt bei der Behandlung des Morbus Baastrup eine große Rolle. Hier werden rücken- und gelenkgerechte Verfahren vorgestellt und mit unseren Patienten regelmäßig eingeübt.  

Sollten berufsfördernde Maßnahmen, wie Änderung der Arbeitsplatzgestaltung notwendig werden, wird zusätzlich die Sozialberatung eingeschaltet.  

Oft haben die Patienten mit Morbus Baastrup ein Übergewicht. Dies verstärkt die vermehrte Hohlkreuzbildung und die Beschwerdesymptomatik. Im Rahmen der Ernährungsberatung können hier gewichtsreduzierende Maßnahmen durchgeführt werden und ebenfalls mit unseren Patienten eingeübt werden.  

Im Vordergrund steht bei allen Anwendungen zur Behandlung des Morbus Baastrup in der Klinik am Homberg die Hilfe zur Selbsthilfe. Dabei werden die o. g. umfangreichen Therapien durch ein geschultes und kompetentes Team unseren Patienten zur Verfügung gestellt. Eine Linderung der Rückenschmerzen beim Morbus Baastrup ist in vielen Fällen möglich.  

Zum Schluss soll auch noch auf die orthopädietechnischen Möglichkeiten hingewiesen werden. Es können durch Zurichtung an den Schuhen dämpfende Maßnahmen i. S. von Fersenpolstern oder Pufferabsätzen eingesetzt werden. Bei stärkeren Rückenschmerzen durch den Morbus Baastrup sind auch Wirbelsäulenbandagen hilfreich. Diese werden aber nur bei stärkeren körperlichen Belastungen getragen, um die Rückenmuskulatur nicht weiter zu schwächen.

Wir freuen uns, wenn wir Ihnen helfen können.

Ihr Team von der Klinik am Homberg

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Aktualisiert: Juli 2010

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